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Heimkehren. In die Stille.

Seit Tagen rieselt er immer wieder leise.

Der erste Schnee. 

Kleine, zarte Schneeflocken gleiten federleicht aus dem Himmel zur Erde. Der Winter ist eingekehrt. 

 

Seit Wochen war seine Ankunft spürbar. Auch wenn wir einen herrlichen und schier nie enden wollenden Indian Summer erlebten. Und der Herbst in seiner bunten Fülle lange war.

 

Doch mit jedem Tag, den wir uns weiter vom Sommer entfernen, kommen wir wieder mehr bei uns selbst an.

Immer, wenn der Herbst die Blätter fallen lässt, sich die Erde langsam schlafen legt, die Nebel über die Lande ziehen und alles ruhiger und besinnlicher wird, beginnt sich ein Zauber über uns zu legen.

 

Die Natur hat sich nun vollständig in das Innere der Erde zurückgezogen. Die Nebel der Nächte lösen sich langsam auf und es liegt eine Zeit der klaren, kühlen Luft vor uns. Der Kälte. Und eben auch der erste Schnee.

 

Der Winterschlaf beginnt.

 

Die Tage und Wochen, die nun vor uns liegen, laden uns ein einzukehren. Heimzukehren. Zu uns. Uns bewusst zurückzuziehen aus dem Außen. Alles darf leiser, ruhiger werden. 

 

Diese besinnliche Zeit, die nun erwartungsvoll und still vor uns liegt. Die uns daran erinnert, dass auch wir und unser Leben in die Stille und Dunkelheit abtauchen dürfen. Das Außen im Außen sein lassen.

Die Blicke nach innen wenden. Still werden. Zurückblicken.

Auf das vergangene Jahr.

Die Tage, Wochen und Monate, die hinter uns liegen. Sie noch einmal Revue passieren zu lassen.

All ihre Höhen und Tiefen. Die Freuden und die Tränen. Die Abenteuer. Und die Erfahrungen.

Die Lehren, die wir lernen durften. Die Herausforderungen, die uns wachsen ließen.

Das Umfallen. Und das Wiederaufstehen.

Das Empfangen. Und das Loslassen. 

 

Mit Ende November ist unser Abstieg in die tiefe Dunkelheit beendet.

Obgleich die noch vor uns liegenden Tage und Wochen noch kürzer werden. Noch dunkler. 

 

Die Schicksalsweberinnen weben in der Zeit vor der Wintersonnenwende die unsichtbaren Fäden für das kommende Jahr. Ein besonderer Zauber liegt in der Luft. Magisch. Mystisch

 

Doch hast du Zeit zu Sinnen zu kommen? Stehenzubleiben. Zurückzublicken. Einzukehren?

 

Nun, wo doch vielen von uns die wohl "scheinbar" stressigste Zeit des Jahres bevorsteht.

Der Gedanke an Besinnlichkeit wird schnurstracks durch hektisches Treiben und künstlichen Trubel ersetzt.

Statt heimzukehren, verlieren wir uns im Außen. In der Hektik des Alltags.

 

Doch woher kommt dieser Stress? Wer macht ihn dir? Und musst du ihn mitmachen?

Oder kannst du Stop drücken. Pause. Rewind.

 

Und wenn es nur ein Moment zwischen den Momenten ist. Lass es zu. Und sei es nur, um bewußt in den Himmel zu blicken. Durchzuatmen. Weite und Fülle in deinen Gedanken zu finden.

Strecke deine Hände in den Himmel. Strecke sie weit aus. Umarme den Moment. Die Welt. Das Leben.

Und empfange es. In Hülle und Fülle. In Wissen und Weisheit. In Gedanken und in Bildern.

In Liebe und Dankbarkeit. 

 

Bist du bereit?

Dann nimm dir Zeit. Zur Einkehr. Zur Heimkehr.

Vergiss die Zeit. Und lass die Seele baumeln.

Lausche dem Flüstern deines Herzens.

Tauche ab in das Dunkel.

Lass dich von seiner Tiefe verzaubern.

Alles hat seine Zeit. 

 

Lade die Stille in dein Leben ein. Jetzt. Und nutze diese hochtransformierende Zeit der Besinnung.

Zurück zu den Sinnen. Nutze diese Qualität um dir deine Schatten anzuschauen. Und dann zu wandeln.

In Stille!

 

Fragen an dein Ich.

 

Was möchte ich schützen? Und mitnehmen auf meinem Weg?
Was kann ich vergeben? Und was darf ich ziehen lassen?

Wo zieht es mich hin? Und was wage ich nicht?
Wo muss ich Verantwortung übernehmen?
Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen?
Was in mir will frei werden?
Und was will ich wirklich wirklich?

 

Lege deine Hand auf dein Herz und lausche nach Innen. 

Welche Botschaften flüstert dir dein Herz zu?

Alles hat seine Zeit und jetzt ist die Zeit der Innenschau.

Drum, mach dich auf den Weg.

Kehr ein. Kehr heim. 

 

 

Ich wünsche dir ein wunderbares Heimkommen.

Zu dir.

Ich wünsche dir Zeit, dich zu besinnen.

Einzutauchen. Tief.

In die Stille.

 

Deine Lisa

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