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FREE YOUR MIND

Erinnerst Du Dich an den Ohrwurm "Free Your Mind" von En Vogue aus den 90ern?

(solltest Du den Song noch nie gehört haben, klick hier rein)

 

Der Song hat Rhythmus, ist groovy, tanzbar und die Lyrics blieben easy zum Singen im Kopf 'hängen'.

 

"FREE YOUR MIND (and the rest will follow)."

 

Über die Bedeutung der Worte habe ich mir damals keine allzu großen Gedanken gemacht.

 

Wie Du Dir vielleicht schon denken kannst (haha, pun intended!), ist das heute etwas anders.

 

Im letzten Blogartikel habe ich schon kurz das Thema Klarheit angeschnitten. Klarheit birgt viel Magie.

Wenn wir uns im Klaren sind, sind wir uns des Status Quo unserer aktuellen Situation bewusst.

Wir haben aufgeräumt, ausgeräumt, geklärt.

 

Klarheit begegnet uns in vielen Lebensbereichen, doch heute möchte ich gerne über Klarheit in Zusammenhang mit unserem Geist schreiben.

 

In Yogaklassen hört man immer wieder Sätze wie diese:

 

"Lass Deine Gedanken los." 

"Befreie Deinen Geist."

 

Doch "WIE mache ich das?" habe ich mich immer wieder gefragt.

Hallo?! Wo ist denn hier der Ein/Aus-Schalter?

 

Der menschliche Geist ist selten ruhig. Zumindest meiner.

Ein Gedanke, der mir am Anfang meiner Yogareise immer wieder begegnete:

 

"Hatte ich denn früher auch schon so viele Gedanken?"

 

Seit ich regelmäßig yogiere und meditiere bin ich mir der schier unzählige Gedanken in meinem Kopf noch sehr viel bewusster. Stress, Leistungsdruck, Probleme, Sorgen, Fragen, Ideen und Pläne … All das sind Dinge, die in unserem Kopf gefühlt Chaos und Unordnung hinterlassen. Vollgestopft mit den verschiedensten Gedanken, Gefühlen, Emotionen und Ängsten. Manche haben Berechtigung. Andere scheinen ohne Zweck durch unser Bewusstsein zu streifen. Doch es ist eine übermäßige Fülle, die schon auch mal beunruhigen kann.

 

Dann wünschen wir uns den Kopf wieder frei zu bekommen um klare Gedanken fassen zu können. Und sei es nur für ein paar Stunden am Abend. Die 'scheinbaren' und leicht zugänglichen Allheilmittel: sich vom Fernseher mit Unsinns-TV zumüllen zu lassen oder der Griff zu Wein- oder Bierflasche um wenigsten ein bisschen "abschalten" zu können.

 

Leider nicht gerade die sinnvollsten und gesündesten Lösungen um sich lästiger Gedanken zu entledigen.

Auch weil sie dadurch nur kurzweilig "ausgeschaltet" werden. 

Da sind sie ja auch danach noch.

Am nächsten Tag. Am übernächsten Tag. Und am überübernächsten Tag.

 

Es gibt keinen Allround-Mute-Button für die Gedanken in unserem Kopf. Keinen Ein- und Ausschalter.

 

Doch gibt es Übungen mit denen wir den sogenannten Monkeys (Gedanken) in unserem Mind (Geist) begegnen können und den chaotischen, schier nie-enden-wollenden Affentanz vorübergehend (und mit etwas Übung immer länger) stillen können.

 

 

Inspirationen zur Befreiung Deines Geistes

 

 

1. Übung.

Kopf-Frei-Schreiberei

- Bring Deine Gedanken Aufs Papier -

 

Ich bin ein riesengroßer Fan von Journaling & Brain Dumping.

 

Journaling: Schreib Dir Kopf und Seele frei.

Journaling lässt mich alltägliche Gedanken und Gefühle verschriftlichen. Ich verleihe ihnen kreativen Ausdruck, forme Bilder mit Sprache, befreie mich von dem Wirrwarr an Gedanken mit dem sich mein Geist auseinandersetzt. Wenn mich etwas tagelang beschäftigt, mir also sprichwörtlich nicht mehr "aus dem Kopf geht", dann schnapp ich mir mein aktuelles Tagebuch und erfasse die Situation und wie ich mich damit fühle, erforsche wieso ich mich so fühle und was ich dafür oder dagegen tun kann (möchte).

Wenn die Information (Situation) erfasst ist, dann fühlt sich der Kopf leerer und wir sind uns der Gesamtsituation etwas bewusster. Wir sehen vielleicht klarer, was der Hintergrund für die Gedanken und Auslöser für die Gefühle ist. Vielleicht haben wir einen roten Faden entdeckt. Und mit Sicherheit haben wir mehr Klarheit geschaffen.

 

Mein Tipp: Beginne mit freiem Schreiben.

Achtung: Kann zu AHA-Momenten und befreienden Erkenntnissen führen!

 

Brain Dumping: Hauptsache raus aus dem Kopf!

Wenn mir tausend to-do's, to-see's, to-go's and to-whatever's im Kopf rumspuken, dann ist Brain Dumping meine Go-To-Methode um den Kopf wieder frei zu kriegen (klingt ähnlich dem Brain Storming, geht allerdings in die andere Richtung). Beim Brain Dumping bringe ich alles was zu erledigen ansteht auf Papier.

Manches mag banal wirken, weil es quasi wöchentlich anfällt oder (wie in den meisten Fällen) es dabei nicht um Leben oder Tod geht – egal. Ich schreib jede noch so kleine Kleinigkeit auf. Alles, woran ich nämlich nicht mehr denken muss, weil ich es nun schwarz auf weiß vor mir habe, macht mir den Kopf frei.

Natürlich kann frau hier auch beginnen zu priorisieren, die wirklich wichtigen Dinge, die erledigt werden müssen, färbe ich dann mit Leuchtstift. Je nach Dringlichkeit bzw. Wichtigkeit.

 

Dieser wirklich simple Trick hilft auch Gedanken sprichwörtlich zu "verwerfen".

Lege zB all Deine Probleme, Sorgen und Grübeleien auf ein Stück Papier dar und erörtere wieso sie Dich belasten. Dann, zerknülle das Papier ganz ungeniert und wirf es weg. Ja, wirf es weg! Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die all ihre aufgeschriebenen Sorgen wegwarfen, sich danach weniger Sorgen um sie machten.

 

Grundsätzlich gilt: Es gibt keine Regeln. 

 

 

2. Übung.

Kopf-Frei-Malerei

- Kreativitäts-Feuerwerk -

 

Du musst kein Van Gogh, um Kunst zu erschaffen. Alles was Du brauchst ist ein Medium und ein Stück Papier. Bleistift, Pinsel, Fingerfarben. Experimentiere und hab Spaß daran. Deine Ängste durch das Zeichnen freizusetzen und Deinen Geist zu befreien kann eine sehr mächtige Kraft sein.

 

 

3. Übung.

Gespräche mit Gott

- Red Es Dir Von Der Seele -

 

Ja, ich weiß. Im ersten Moment mag sich der Titel der Übung vielleicht etwas...hm, ungewohnt anfühlen. Doch ganz ehrlich, ein Gespräch mit Gott hat noch nie geschadet. Und wenn Du nicht an Gott glaubst, dann vielleicht an Engel, an himmlische Begleiter, an Krafttiere, an Mutter Natur, eine höhere Kraft, etwas All-Um-Fassendes-All-Erschaffendes. Oder welch Begriff auch immer sich für Dich gut anfühlt.

 

Du kannst natürlich auch ein Gespräch mit einer anderen Person, aus Fleisch und Blut führen. Einer Person, die Dir nahesteht, der Du vertraust, der Du Dich anvertrauen kannst. Oder vielleicht jemand, der nicht in Deinem engsten Kreise weilt, dem Du Dich sehr verbunden fühlst.

 

Vielleicht gehörst Du zu den Menschen, die ihre Gedanken grundsätzlich lieber in sich hineinfressen und es mit sich selber ausmachen bevor sie jemand anderen "damit belasten". Das kenne ich. Ich mache vieles auch lieber mit mir selber aus als dass ich anderen davon erzähle. Doch um den Geist von Sorgen zu befreien – in Sachen Liebesdingen, Job Frust, Gesundheitswehwehchen, Gefühlsachterbahnfahrten, Unschlüssigkeiten punkto Zukunftsentscheidungen – können Gespräche (mit Gott oder Menschen) sehr viel bewirken.

 

Ich wende mich jeden Abend für ein kurzes Gespräch an Gott (und wer mich dafür für verrückt erklärt, hm, naja, jedem das sein, apropos 'öfters mal die eigenen "Wahrnehmung" etwas ver-rücken kann auch entzücken').

 

Wichtig: Suche und führe tiefsinnige Gespräche, in denen das Oberflächliche überwunden wird und etwas nachdenklich Stimmendes oder Intimes geteilt wird. 

(es werden ohnehin schon zu viele unsinnige, uninteressante, oberflächliche bzw. inhaltslose Gespräche in der Welt geführt)

 

  

4. Übung.

Sit Down and Be Quiet

- Klingt Einfach, Ist Es Auch -

 

Es gibt viele Arten der Meditation. In Stille sitzend eine weiße Wand anstarren (was manche in den Wahnsinn treibt), Meditation mit wiederholenden Bewegungsmustern (ganz klar einer meiner Favouriten), Mantra chantend, Atemzüge zählen, Gedankenbeobachtung, meditatives Storytelling, Spiegelstarren, und und und.

Wir dürfen experimentierfreudig an die Magie der Meditation herangehen und für uns persönlich herausfinden, was uns wirklich gut tut, was für uns stimmig ist und was wir für angenehm empfinden.

 

Mein persönlicher Favourite: Die 8 Minuten Meditation

Morgens, gleich nach dem Aufstehen, setzt Du Dich in ein anderes Zimmer als Dein Schlafzimmer und bist einfach mal für 8 Minuten still. Stell Dir einen Timer auf Deinem Handy, mach es Dir am Boden, auf einem Kissen, Block, Decke, Unterlage gemütlich (sitzend, nicht liegend; wir wollen ja nicht gleich wieder wegpennen, sondern in Ruhe wach werden).

 

Und dann gilt es einfach mal gar nichts zu tun. Rein gar nichts.

Weder Atem beobachten, noch Atemzüge zählen.

Weder Gedanken beobachten, noch anhalten.

Du sitzt einfach.

Körper atmet von ganz alleine.

Gedankenkarussell läuft weiter.

Du bist einfach.

Alles darf.

Nichts muss.

Raum geben.

Morgendliche Stille genießen.*

Wach werden.

 

Heißer Tipp am Rande: Mach es nicht komplizierter als es ist.

 *(Pro-Tipp: Aufstehen bevor die Hintergrundgeräusche aka Kinder, Mann, Hund, etc, wach werden) 

 

 

5. Übung.

Just Move It

- Beweg Dich Raus Aus Deinem Kopf -

 

Auch eine wunderbare Möglichkeit sich vom Gedankenchaos zu befreien ist Bewegung (die zur Meditation werden kann). Yoga. Laufen. Wandern. Klettern. Surfen. Snowboarden. Das sind hierfür meine Favouriten.

Meditation durch Bewegung ist genau das, wonach es sich anhört: Die Offenheit und Schönheit der Natur auf sich wirken lassen, um ruhige, positive Gedanken im Gehirn anzuregen. Sei wie Henry David Thoreau, laufe durch die Wildnis und plane, wo der Standort Deiner Hütte sein soll.

 

Künstlerische Verausgabung meinerseits. Wie Du siehst bin ich auch kein Van Gogh oder Da Vinci, doch man erkennt was es ist, oder?!

Kreative Wege finden...und auch gehen

 

Tausend Wege führen nach Rom. Und viele Möglichkeiten können unseren Geist befreien.

Doch von nichts, kommt nichts. 

Wenn wir nicht beginnen zu gehen, kommen wir nie an.

 

Darum meine Frage an dieser Stelle an Dich:

Auch wenn Dir die oben angeführten Beispiele bereits bekannt waren, welche hast Du bereits ausprobiert?

 

Denn oftmals geht der innere Monolog in etwa so:

 

"Ich will ja mehr Ruhe & Frieden in meine Gedanken bringen. Doch tun will ich eigentlich nix dafür."

 

Das Wollen gehört dazu. Und das Tun auch. 

Spielerisch und ohne Strenge, dafür mit einer ordentlichen Portion "JA, ICH WILL".

 

Und dann klappt es auch mit der Ruhe im MonkeyMind. Wir lösen uns von unnötigen Gedanken, wir befreien unseren Geist. Und wenn Ruhe und Frieden im Geist einkehrt, finden wir Klarheit. Der Körper kann sich entspannen. Und die Seele fühlt sich frei.

Ganz wie im Ohrwurm von En Vogue so schön besungen:

 

FREE YOUR MIND (and the rest will follow)

 

Auf freie Köpfe und klare Gedanken,

Deine Lisa

 

 

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